Aus der Geschichte der Haager Feuerwehren

Freiwillige Feuerwehr Stadt HaagBereits 1877 war man im Markt Haag darangegangen, eine Freiwillige Feuerwehr nach Vorbild etlicher Vorreiter zu gründen. Nach den Aufzeichnungen der Bezirkshauptmannschaft Amstetten konnten aber erst ab dem Jahr 1880 Aktivitäten nachgewiesen werden. Auch das am 19. Juli 1880 begonnene Mitgliederbuch weist in diese Richtung.

Erstes Gerät war eine Handdruckspritze (Hydrophor), der von 4 bzw. 6 Mann zu bedienen war. Ständiger Wechsel an der Hauptmannstelle zeugt von einer relativ bewegten Vereinstätigkeit. Bei Gründung einer 2. Feuerwehr in Haag, kam die einachsige Handdruckspritze zur neuen Feuerwehr Haindorf, Haag bekam eine zweiachsige Spritze mit etwa doppelter Leistungsfähigkeit. Auch dieses Gerät tat jahrzehntelang gute Dienste und wurde erst in den ersten Nachkriegsjahren außer Dienst gestellt.

Anfang der 20er Jahre liebäugelten die Haager Wehrmänner bereits mit der Motorisierung, jahrelangem Tauziehen folgte eine FORD-Autospritze, die bereits am Tage der Segnung wahrhaftig die Feuertaufe bestand. (Mit dem geschmückten Fahrzeug fuhren die Haager Feuerwehrmänner zum Brand eines Bauernhauses aus)

Freiwillige Feuerwehr Stadt HaagEbenfalls in den 20er Jahren etablierte sich eine schlagkräftige Rettungsabteilung, die ebenfalls durch Hartnäckigkeit und Schaffenskraft der Verantwortlichen bald motorisiert war. Bis 1952 blieb die Rettungsabteilung in den Reihen der Feuerwehr, erst dann erfolgte die Trennung und die Gründung der Rot Kreuzstelle Haag.

1934 wurde dem bisherigem Markt Haag die Stadtwürde verliehen. Grund genug für die damals verantwortlichen Gemeindeväter, auch die sehr anerkannte Feuerwehr daran teilhaben zu lassen. Eine fahrbare "Rosenbauer-Schiebleiter" konnte übernommen werden.

Lange hat sie gute Dienste geleistet und „wie zum Dank dafür“ wurde das gute Stück liebevoll restauriert und konserviert. (Dafür heute noch Dank an die "Alten Kameraden" Lerch, Nowak und Martincsevics.)

1951 darf als besonderer Meilenstein in der Chronik der FF Haag angesehen werden. Die 1. NÖ Landesfeuerwehrwettkämpfe gingen in der Stadt Haag über die Bühne. Hauptmann Fellner hatte die Landesverantwortlichen nicht enttäuscht, obwohl seitens des Landesfeuerwehrwehrverbandes an einer klaglosen Abwicklung eher gezweifelt wurde.

Schließlich traten immerhin 49! Gruppen an und man hatte ja keine Erfahrung. Jedoch das Gespann Lurf / Fellner leisteten ganze Arbeit. Es war ein Erfolg. (Und das freut uns heute noch.)

Freiwillige Feuerwehr Stadt HaagZahlreiche Kameraden aus den Haager Reihen waren schon ab 1952 als Kampfrichter tätig. Unzählige Wettkämpfe und Bewerbe wurden seither von den Haager Bewertern geleitet. Und was lag daher im Jahr 1971 näher, als den 20jährigen Bestand der NÖ Landesfeuerwehr-Wettkämpfe in Haag zu feiern. Haag, zum 2. Mal Austragungsort der 21. Landesbewerbe. Zahlreiche Bewerbsgruppen "erkämpften" in Haag Bronze und Silber. Und diesmal war es Kdt Franz Lang, der abermals einen klaglosen Ablauf garantierte. Und einmal noch, ...

1984 [leider scheiterte das 30Jahr-Jubiläum in Haag 1981] stand Haag ein 3. Mal im Blickpunkt des NÖ Feuerwehrwesens. Die "Kast-Festspiele" brachten mit cirka 1.700 Bewerbsgruppen einen klaren Rekord und alle fühlten sich wohl. Diesmal unter Kdt. Willi Michlmayr.

Großräumige Verbauungen in Haag lassen eine weitere Bewerbung für Landesfeuerwehr-Leistungsbewerbe in Zukunft leider nicht mehr zu.

Neues Haus für die Feuerwehr


Freiwillige Feuerwehr Stadt HaagLange schon war die Garage im Gemeindeamt aus allen Nähten geplatzt. Der Ruf nach einer neuen Unterkunft wurde naturgemäß immer lauter. Kommandant BR Michlmayr, Stellvertreter OBI Martincsevics, OV Geiblinger und V Gugler konnten auf die Unterstützung aller Kameraden und darüber hinaus auf die Mithilfe von Gemeinde und Bewohner rechnen. Und los ging es.

1979 wurden im Salaberger-Wald Bäume geschlagen und im Sägewerk geschnitten.

1980 war Baubeginn. Die Stadtgemeinde unter Bürgermeister KR Huber stellte ein wirklich geeignetes Grundstück zur Verfügung. Bald war der Platz eine Großbaustelle. Fast alle Kameraden legten fleißig Hand an, sodass bald Keller und Geschosse aus der Erde wuchsen. Vorausblickend wurde ein Ausbildungs- und Schulungszentrum geplant, wie man heute sieht, nicht zu Unrecht. Alle Organisationen, Vereine und zahlreiche Privatpersonen beteiligten sich in irgendeiner Form an der Mitarbeit zum neuen Feuerwehrhaus. Und schon 1983 konnte der Umzug erfolgen. Von da ab ging es Schlag auf Schlag.

Motorisierung und Ausrüstung


Hauptmann Fellner mußte nach dem Krieg tatsächlich raufen, um motorisiert zu bleiben. Ein amerikikanischer Militärdodge (siehe Bild 1) wurde in Eigenregie umgebaut und zu einem strapazfähigen Einsatzfahrzeug umfunktioniert. Der inzwischen 30 Jahre alte FORD wurde ausgeschieden. Unter Franz Lang folgte der erste LANDROVER, der DODGE hatte ausgedient und das erste TLF 1500 wurde indienstgestellt. Ein weiteres TLF 2000 folgte. Nach der Fertigstellung des wesentlich größeren -neuen- Feuerwehrhauses, kam das RÜST- FAHRZEUG mit Bergeausrüstung und vielem mehr. Kdt. Michlmayr betrieb den Ankauf eines TLF 4000.
In der Kommandantschaft von Fritz Lehrbaum wurde im Jahr 2000 ein Kommandofahrzeug, 2007 ein schweres Rüstfahrzeug, 2013 ein neues Mannschaftstransportfahrzeug und 2015 ein modernes Tanklöschfahrzeug HLF3A 4000/100 sowie ein neuer Atemluft- Füllkompressor Anhänger angeschafft.

Wenn es auch im Feuerwehrwesen "nie genug" ist, darf doch behauptet werden, dass Motorisierung und Ausrüstung in der Freiwilligen Feuerwehr Haag als zufriedenstellend angesehen werden darf.

Ausbildung


Schon immer war es ein Anliegen der Hauptmänner und Kommandanten von Haag, dass die Ausbildung mit der Ausrüstung Schritt hält. Fast wie ein Erbstück setzt sich dieser Standpunkt in den Generationen fort. Gerade jetzt, wo die FF Stadt Haag über gute Ausbildungsmöglichkeiten verfügt, wird der Weiterbildung der Kameraden breiter Raum gewidmet. Immer zugute derer, die die Feuerwehr brauchen.

 
 

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